Entenflöhe, was nun?
Entenflöhe, Zerkarien, Badedermatitis

Kommt der Sommer - so kommen sie wieder: die Entenflöhe! Aber haben unsere Enten wirklich Flöhe? Was steckt wirklich hinter den stark juckenden Rötungen und Pusteln?

Die Badedermatitis ist ein stark juckender Ausschlag, der beim Baden im Süsswasser auftreten kann. Sie wird von frei schwimmenden Larven, in der Fachsprachen Zerkarien genannt, verursacht.

Entenflöhe sind eigentlich gar keine Flöhe - auch wenn sie sehr unanganehme Wirkung in und auf der Haut verusachen, eben wie Flöhe auch.

'Entenflöhe' sind Parasiten von im Wasser lebenden Tieren. Dies sind einerseits verschiedene Vögel, wie Enten, Schwäne, Möwen etc. aber auch Nagetiere, wie z.B. der Biber. Die von Auge unsichtbaren Zerkarien werden durch Süsswasserschnecken ausgeschieden.
Beim Erreger handelt es sich um einen Saugwurm der Gattunge Trichobilharzia (z.B. Trichobilharzia ocellata oder auch Trichobilharzia szidati). Sie sind kleiner als 1mm und kommen auf der ganzen Welt vor - auch in der Schweiz.
Zerkarie (Wikipedia)
Zerkarie (Gabelschwanzzerkarie)Bild Wikipedia
Symptome der Badedermatitis
Es gibt eine starke allergische Reaktion in der Haut: stark juckende Rötungen von 1 – 2 mm Durchmesser, überall dort, wo sich eine Zerkarie in die Haut einbeohrt hat.
Nach etwa 10 – 24 Stunden bilden sich etwas grössere Quaddeln (3 – 8 mm gross), am stärkesten zeigen siech die Reaktionen etwa 1-2 Tage nach der Infektion.
Vom 3. Tag an gehen die Quaddeln in derbe Papeln über, welche innerhalb von 10 - 20 Tagen meist folgenlos abheilen. Durch starkes Krastzen kann eine Sekundärinfektion auftraten. Der Ausschlag tritt auf der unbedeckten Haut auf. Beim allerersten Kontakt mit den 'Entenflöhen' sind die Symptome meist nicht stark ausgeprägt; nach häufigem Baden und wiederholtem Kontakt mit den Zerkarien kann es jedoch zu stärkeren Abwehrreaktionen in der Haut und somit zu grösseren Ausschlägen kommen.
Badedermatits ausgelöst durch 'Entenflöhe'
Bild mit freundlicher Genehmigung vom Kantonsspital St. Gallen (www.infekt.ch)
Behandlung
Die meisten Larven dringen erst nach dem Baden - während der Verdunstung des Wassers - in die Haut ein. So kann man versuchen, das Eindringen zu verhindern, indem man sich nach dem Baden SOFORT kräftig abduscht und anschliessend abrubbelt mit dem Fottiertuch (ebenfalls kräftig).

Gegen das Jucken des Hautausschlages können antiallergische Tabletten (z.B. Cetallerg) helfen,  und an den betroffenen Stellen corticosinhaltige Cremen eingerieben werden, was ebenfalls den Juckreiz und die Entzündung hemmt..
Wenn möglich sollte nicht gekratzt werden, da sonst eine bakteriellen Sekundärinfektionen eintreten könnte.
Wegen der Gefahr einer verstärkten allergischen Reaktion bei wiederholtem Kontakt mit Zerkarien sollte man Baden im entsprechenden Süsswasser meiden.

Lebenszyklus des Entenflohs
Die erwachsenen Parasiten leben im Blut ihrer Wirtstiere, also Enten, Schwäne, Biber usw. Sie produzieren Eier, die mit dem Wirtskot ins Wasser ausgeschieden wird. Aus den Eiern schlüpfen Larven (sie können schwimmen), welche ihrerseits Wasserschnecken befallen. In den Wasserschnecken entwickeln sich die Larven weiter zu den Zerkarien Gabelschwanzlarven). Bei Wassertemperaturen von über 20 °C verlassen die ca. 1 mm grossen Zerkarien die Schnecken in grossen Mengen.

Und sie suchen sich wieder einen Endwirten, der eigentlich ein Wassertier sein sollte! Wenn jetzt aber gerade keiner zur Hand ist, dafür aber Badegäste, bohren sich die Zerkarien in die Haut von Menschen. Dies löst dann in der Haut die allergische Reaktion aus, so dass es wie 'Flohbisse' aussieht.
Der Mensch aber ein Fehlwirt, weshalb die Parasiten nicht in tiefere Hautschichten eindringen können und in den oberen Hautschichten bald absterben.

Lebenszyklus der Zerkarien
 

Quellen und Links

Bundesamt für Gesundheitswesen, Faktenblatt zu Badedermatitis
Kantonsspital St. Gallen (www.infekt.ch)
Wikipedia